Die alten Geister werden wach

Ich habe Angst. Angst davor, was mit unserem Land passiert. In der Welt toben immer mehr Kriege und sie kommen immer näher an uns heran. Millionen müssen von jetzt auf gleich ihr Haus, ihren Ort und ihre Arbeit verlassen und können nur ihr Leben mitnehmen. Diesen Menschen muss geholfen werden – nicht nur dadurch, dass man ihnen gegen ihre Feinde beisteht, sondern auch dadurch, dass man sie versorgt. Sind wir dafür nicht besonders geeignet? 

Deutschland ist ein im internationalen Vergleich sehr reiches Land und es ist sehr weit weg von den aktuellen Konflikten. Schon aus diesem Grund kommen relativ wenige Kriegsflüchtlinge zu uns. Sollten wir sie nicht mit offenen Armen empfangen?

Beim Gedanken daran merkt man sofort, dass es nicht ganz so einfach ist. Woher kann ich wissen ob wahr ist, was der Mensch, der hier ankommt mir erzählt. Mischen sich nicht viele in die Flüchtlinge, die unsere Gastfreundschaft (und unsere Sozialsysteme) nur ausnutzen wollen. Wie kann man sicher sein? Sind nicht viele Kriminelle dabei?
Diese berechtigten Fragen und Sorgen greifen jetzt die nach dem zweiten Weltkrieg niedergeschlagenen Geister wieder auf um damit ihre Auferstehung zu versuchen. Die Sorgen sind echt. Da ist nichts Anrüchiges dran. Und ganz normale Menschen wie Du und ich werden zu Geburtshelfern. Zunächst helfen sie, die Versäumnisse der Nachkriegs- und Einwanderungspolitik zu artikulieren und die Sorgen zu adressieren -aber schon bald könnten sie eine Eigendynamik gewinnen und Deutschland in die schwarz-braune Nacht ziehen.

Wir haben ein Vaterland – Wer hat gesagt dass es nur ein Vaterland für uns Deutsche sein soll? Vielleicht denkt der Vater im Himmel ganz anders darüber und wir sollen ein Vaterland für die Völker sein.

Wir Deutschen sollten wachsam sein und das Licht einer toleranten, weltoffenen Gesellschaft anzünden und uns nicht wieder von dumpfen Geistern der Vergangenheit Angst machen und in die Dunkelheit der Abschottung ziehen lassen.

Wir sollten unsere Kinder lehren und uns wieder klar machen, was es bedeutet hat in den totalitären Systemen des dritten Reiches und der DDR zu leben. Das war kein Zuckerschlecken. Gedenkstätten, wie Dachau oder das Gedenkstätten-Gefängnis Bautzen2 können uns dabei helfen.

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