Ich bin nicht Charlie!

Zunächst möchte ich klarstellen: Niemand darf einfach ermordet werden, nur weil er seine Meinung sagt.

Die Attentate von Paris und die Pegida Bewegung fordern unser Demokratieverständnis heraus. Die Welt scheint völlig aus den Fugen zu geraten. Die solidarische Reaktion auf die Pariser Attentate ist verständlich und nötig – aber muss ich deswegen Charlie sein?

Muss ich als jemand, der von diesem Magazin auf die Schippe genommen wird das Markenzeichen annehmen? Kann ich meine Solidarität nur unter diesem Schriftzug (demnächst Marke) zeigen?Ich denke, dass es scheinheilig ist, ein hochgradig blasphemisches Magazin, dass die Grenzen der Presse- und Meinungsfreiheit regelmäßig auslotet zu Symbolen der Demokratie hochzustilisieren.
Klar tut der Blick von außen auf meine Religion oder meine Politiker auch gut und kann manches Auge öffnen und Misstände erkennen lassen damit sie abgestellt werden. Aber die Protagonisten der Religionen und des Staates sind hochbelastete Leute. Humor hat für mich dort die Grenze wo diese Leistung in den Dreck gezogen und der Respekt fallen gelassen wird.

Heute solidarisieren sich Staaten und Religionen  und deren Würdenträger mit Charlie Hebdot – Aber ist das ehrlich gemeint? Und was ist morgen oder übermorgen, wenn die Blumen der Trauer verwelkt sind? Wird man dann noch daran denken.

Die Attentäter von Paris haben einiges  erreicht dass sie nicht wollten: Die Blasphemie und Respektlosigkeit von Charlie Hebdot wurde über Nacht in der ganzen Welt verbreitet. Und sie haben ihrem Glauben einen Bärendienst erwiesen indem Sie die Gegner geweckt haben.

 

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